Wer eine Wärmepumpe installiert, wird früher oder später mit derselben Frage konfrontiert: Wie viele Liter? Kessel Was brauche ich – und welchen Typ soll ich wählen?
Die Antwort ist nicht so einfach wie „200 oder 300 Liter“. Bei Wärmepumpen spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle: die Anzahl der Bewohner, der Warmwasserverbrauch, vor allem aber die Größe des Wärmetauschers im Heizkessel.
In diesem Artikel erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie achten sollten, damit Sie eine Wahl treffen, die sich in der Praxis wirklich bewährt.
Fassungsvermögen: Wie viele Liter benötigen Sie?
Das Grundprinzip ist einfach: Je mehr Personen im Haus leben, desto größer ist der Bedarf an Warmwasser.
Als Faustregel gilt:
- 1 bis 2 Personen → 150 bis 200 Liter
- 3 bis 4 Personen → 200 bis 300 Liter
- 5 Personen oder mehr → 300 Liter oder mehr
Das ist aber erst der Anfang. Der tatsächliche Verbrauch hängt stark davon ab, wie Sie das Wasser nutzen.
Eine Regendusche verbraucht beispielsweise leicht doppelt so viel Wasser wie eine normale Dusche. Und das Ablassen des Badewassers bedeutet den Verlust von 120 bis 150 Litern heißem Wasser auf einmal.
Wenn Sie mehrere Duschen gleichzeitig nutzen, sollten Sie dies ebenfalls berücksichtigen. In der Praxis zeigt sich oft, dass es bei einer Wärmepumpe besser ist, etwas mehr Platz als zu wenig zu haben.
Wärmepumpe = niedrige Temperatur
Ein wichtiger Unterschied zu einem Zentralheizungskessel besteht darin, dass eine Wärmepumpe bei niedrigeren Temperaturen arbeitet. Das bedeutet, dass das System mehr Zeit benötigt, um das Wasser zu erwärmen.
Daher ist nicht nur die Leistung des Kessels wichtig, sondern auch, wie schnell die Wärme übertragen werden kann. Und das wird durch den Wärmetauscher bestimmt.
Wärmetauscher: der stille, aber entscheidende Faktor
Der Wärmetauscher (die Heizschlange im Heizkessel) bestimmt, wie viel Leistung der Wärmepumpe tatsächlich im Wasser ankommt.
Ist es zu klein, wird es zu Problemen kommen:
- Der Kessel heizt sich langsam auf
- Die Wärmepumpe arbeitet ineffizient.
- Ihr Warmwasservorrat geht schneller aus
Für eine Wärmepumpe mit einer Leistung von rund 8 kW ist eine Wärmeaustauschfläche von etwa 4 bis 4,5 m² ausreichend.
In der Praxis entspricht dies einer Spirale von ungefähr 30 Metern Länge und einem Durchmesser von 28 mm.
Hygienekessel oder konventioneller Kessel?
Dann stellt sich die Frage, die oft Fragen aufwirft: Soll es ein hygienischer Heizkessel oder ein herkömmlicher Heizkessel sein?
Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Art der Wasseraufbereitung.
Bei einem herkömmlichen Heizkessel wird das Trinkwasser im Tank gespeichert. Dadurch steht Ihnen eine feste Warmwassermenge zur Verfügung. Wenn der Tank leerläuft, muss der Heizkessel erneut aufheizen.
Bei einem hygienischen Boiler wird das Leitungswasser nicht gespeichert, sondern erst bei Bedarf erhitzt. Dies geschieht über eine interne Heizschlange, durch die das Wasser fließt.
Beide Systeme funktionieren, verhalten sich aber unterschiedlich.
Ein konventioneller Heizkessel bietet Zuverlässigkeit in Spitzenzeiten: Es steht sofort eine große Menge Warmwasser zur Verfügung. Bei einem Hygieneheizkessel kommt es mehr darauf an, wie schnell die Wärme übertragen werden kann.
Praktisches Beispiel: 8-kW-Wärmepumpe
Nehmen wir eine alltägliche Situation:
- Wärmepumpe: 8 kW
- Familie: 3 bis 5 Personen
- Kessel: 300 Liter
- Spirale: 30 Meter Ø28 mm
- Wärmeaustauschfläche: ca. 4,5 m²
Rein technisch gesehen ist dies eine ausgewogene Kombination.
Der Wärmetauscher ist groß genug, um die Leistung der Wärmepumpe aufzunehmen, und seine Kapazität reicht für den normalen Haushaltsgebrauch, einschließlich einer Regendusche, aus.
Bei Verwendung als herkömmlicher Boiler stehen Ihnen 300 Liter Warmwasser zur Verfügung. Bei Verwendung als Hygieneboiler bestimmt die Heizschlange die Menge an Warmwasser, die Sie kontinuierlich liefern können.
Was läuft oft schief?
In der Praxis treten einige wiederkehrende Fehler auf:
- Wahl eines zu kleinen Boilers → Wasser geht schnell aus
- Eine zu kleine Spule → die Wärmepumpe kann ihre Leistung nicht abführen.
- Achten Sie nur auf die Literzahl und nicht auf den Wärmetauscher.
Letzteres ist besonders wichtig: Bei Wärmepumpen ist der Wärmetauscher mindestens genauso wichtig wie das Volumen.
Fazit
Eine gute Wahl für einen Heizkessel mit Wärmepumpe ist immer eine Kombination aus drei Dingen:
- ausreichende Kapazität für den Haushalt
- ein Wärmetauscher, der der Leistung entspricht
- ein Kesseltyp, der für den Verwendungszweck geeignet ist
Für eine 8 kW Wärmepumpe ist ein 300-Liter-Edelstahlkessel mit einer 30 Meter langen Ø28 mm Spirale (ca. 4,5 m²) in vielen Fällen eine geeignete und sichere Wahl.
Von dort aus bestimmen Sie Welcher Kesseltyp? Passt am besten zu Ihrem Warmwasserverbrauch.
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